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Wir bedanken uns ausdrücklich bei unseren Ehrenmitgliedern Gabriele und Hans Ebke für die Erlaubnis nachfolgende Historische Recherche auf unserer Seite zu veröffentlichen!

Captain Andreas Cleeves

Andreas Heinrich Cleeves (17 Januar 1778 in Hannover; Tod 08. Juni 1830 in Selby/Yorkshire, England) war ein hannoverscher Artillerieoffizier. In den Kriegen gegen das napoleonische Frankreich führte er als Captain eine Batterie der King´s German Legion in Portugal, Spanien und bei Waterloo. Später wurde er als Oberstleutnant Kommandeur der Reitenden Artillerie im Königreich Hannover.
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Inhalt:

Andreas Cleeves
Militärischer Werdegang
Peninsular Krieg
Waterloo und spätere Karriere
Tod
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Andreas Cleeves

Andreas Cleeves stammte von englischen Fontänenmeistern ab und blieb Zeit seines Lebens England verbunden. Sein Urgroßvater Joseph Cleeves war 1718 vom englischen König und hannoverschen Kurfürsten George I. nach Hannover geholt worden, um die große Fontäne in dessen Sommerschloss Herrenhausen zu bauen.

Andreas Cleeves wurde am 17.Januar 1778 in Hannover im Hause  des Fontänenmeisters in Herrenhausen geboren. Sein Vater Johann Christian Cleeves war in der dritten Generation „Master of the Waterworks“(Wasserkunstmeister) Seine Mutter war Sophie Dorothea, geborene Müller. Die Familie war dem Hof nah und  gehörte zur gehobenen Bürgerschicht.

Andreas war das 10. von 14 Kindern, die evangelische Pastöre wurden oder mit ihnen verheiratet waren, Offiziere, Verwaltungsbeamte oder  Kornmakler.

Er heiratete Martha Sykes Kitson (1791 – 18. Nov. 1850) am 25. August 1814 in Portsmouth.  Mit Jane Isaac hatte er zwei illegitime Söhne: William Cleeves (1808-1848, Sattlermeister in Ruhrort)und George Cleeves(1811-1837 Tischlergeselle)

Militärischer Werdegang
Nach seiner Konfirmation trat er 1793 als Voluntär-Kadett bei der Artillerieschule in Hannover ein, die von dem späteren preußischen Militärreformer und General Gerhard von Scharnhorst geleitet wurde.Von 1796 bis 1803 war er in Celle beim 9. Infanterieregiment als attachierter Artillerieoffizier.Nach der Besetzung und dem Untergang des Kurfürstentums Hannovers durch französische Truppen ging Cleeves am  23. September 1803 nach England  und schloss sich der neu gegründeten King´s German Legion an.

Von 1803 bis 1808 war er in Portchester Castle beim Artillerieregiment stationiert. Im September 1804 wurde er Premierleutnant (Oberleutnant) und im Juni 1807 Captain.  Er nahm an den Expeditionen nach Norddeutschland 1805/1806 und nach Rügen und Kopenhagen 1807 teil. Unter Kommando von General John Moore diente er im Mai und Juni 1808 bei der erfolglosen Landung in Göteborg/Schweden, bevor er mit diesen Truppen nach Portugal versetzt wurde.

Peninsular Krieg
In Lissabon war seine 4. Fuß-Batterie der KGL im Fort St. Juliao in der Tejomündung stationiert. Im Frühjahr 1809 wurden er und eine Abteilung seiner Batterie nach Ceuta und Tanger in Nordafrika geschickt, um Ersatz für die getöteten  Pferde der Alliierten in La Coruna zu holen. Er lernte den britischen General Wellesley in den Schlachten bei Oporto (13. 05. 1809) und Talavera della Reina (28.06. 1809) kennen.

1810 wurde er Kommandeur der 2. Fuß- Batterie und zeichnete sich in der Schlacht von Busaco (27.09. 1810) aus. Für die Teilnahme an den verlustreichen Schlachten von Campo Major und Albuera (16.05.1811) bekam er, auch für seine Soldaten, die Britische Goldmedaille. Nach der verlustreichen Belagerung von Badajos im Juni 1811 wurde seine Einheit wieder nach Lissabon versetzt. 1812 nahm er an der Schlacht bei Salamanca  (22. 07. 1812) teil; im Oktober 1812 verletzte er sich schwer, als er im Retiro-Park in Madrid Munition sprengte, bevor französische Einheiten die Stadt besetzten. Nach einem Genesungsaufenthalt in England erhielt er das Kommando über eine Reserve-Munitionseinheit in Spanien, mit der er an den Schlachten von Vittoria (21.06. 1813) , der Belagerung von  San Sebastian und in den Pyrenäen (Januar und Februar 1814) teilnahm.

Nach dem 1. Pariser Frieden (30.05.1814) begleitete Cleeves nun wieder als ihr Chef die  4. Fuß-Batterie zurück nach England.

Waterloo
Vom September 1814 bis Juni 1815 lag seine Einheit in Flandern nahe Brüssel, bevor sie an den Schlachten von Quatre Bras und Waterloo (16. – 18.06. 1815) teilnahm. Cleeves wurde noch am Abend der Schlacht zum Major befördert und bekam die britische Waterloo-Medaille.

Nach der Besetzung von Peronne und Paris marschierte die KGL nach Hannover zurück, wo sie im Februar 1816 aufgelöst wurde. Cleeves wurde zum Ritter des Guelfen-Ordens ernannt und in die neu gegründete Königlich Hannoversche Artillerie. Bis 1828 war er als Oberstleutnant Kommandeur der reitenden Artillerie in Wunstorf bei Hannover. Wegen der erlittenen Verwundungen im Krieg wurde er im Februar 1828 vorzeitig in den Ruhestand versetzt.

Tod
Nach seiner Pensionierung ging er mit seiner englischen Frau Martha nach Liverpool, um seinen Schwager John Sykes Kitson, einen Captain der Royal Engineers, beim Bau der Fort Perch Rock  zu beraten. Auf der Rückreise von Liverpool nach Hannover starb Andreas Cleeves 51jährig in Selby an einem Schlaganfall. Sein Grab befindet sich dort vor der Abbey.  

Quellen:
Andreas Cleeves, Waterloo-Report, Hauptstaatsarchiv Hannover Hann XXI Nr.151
Royal Military Calendar 1820, Nr.2510
N.L. Beamish, History of the King´s German Legion, Band II,  1832 – 1837, S. 533
B. Schwertfeger, Geschichte der KGL, 2 Bände, 1907  




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